Ein Brandungsriff inmitten Wiens (neues Aquarium im Haus des Meeres)
Eine denkwürdige Stätte dieser Flakturm in Wien, der seine Funktion zum Glück in einer für den Menschen höchst erfreulichen Weise veränderte. Heute beherbergt dieses bautechnische Monument mitten in Wien eines der eindruckvollsten Aquarienhäuser Europas. Kein Wienbesuch ohne Haus des Meeres, gilt nicht nur für Schüler in Ihrer Wienwoche. Auch jeder Tourist, der Abwechslung während seines Kulturbesuches sucht, sollte dieses herrliche meereskundliche Museum ebenfalls ansehen. Zudem ist seit kurzem das Haus des Meeres um eine wunderbare Attraktion reicher - das Brandungsriff.
Tunnelelemente für begehbare Aquarienanlagen haben wir in den letzten Jahren einige gefertigt. Halbtunnelelemente wie für das Brandungsriff waren für uns ein Novum. Gebogene Aquariengläser produzieren wir in den weltweit größten verfügbaren Formaten und in Materialstärken von 100mm und weit darüber hinaus. Niemals zuvor hatten wir jedoch eine fix und fertig gebogene Großaquarienscheibe aus PLEXIGLAS nachträglich in drei Teile zerschnitten. In diesem Fall war das leider notwendig. Es handelte sich dabei um keine Aktionskunst sondern um einen notwendigen Schritt um die 6 Meter lange und 2000 kg schwere Plexiglasscheibe in das Haus des Meeres einbringen zu können. Unsere Anregung doch ein Loch aus der Fassade zu schneiden, erregte beim Bauherren nur schmunzeln. Die Wände des Flakturms bestehen aus 2,5 Meter dickem Stahlbeton...
Blieb also nur mehr das "Zerstückeln" der makellosen, über 2 Tonnen schweren glasklaren Scheibe und damit verbunden die Expertenarbeit des neuerlichen Zusammenbaus durch Polymerisation. Die Substanzen, die hierbei im aufwändigen Mischprozedere zusammengebraut werden, bestehen aus 7 Flüssigkomponenten und müssen auf wenige Tausendstel Gramm genau gemischt und auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit abgestimmt werden. So entsteht in mühevoller Spezialistenarbeit wieder eine voll tragfähige, monolithische Scheibe. In diesem Fall ein kleines Wunderwerk der Technik, das Sie im Haus des Meeres bestaunen können. Nein, natürlich sollten Sie Flora und Fauna im großartigen Riffaquarium bestaunen, und nicht unsere Scheibe. Ein besonders lebendiges, farbenfrohes Aquarium von dem der Betrachter vor Staunen nicht mehr wegkommt. Dazu tragen auch die ausgeklügelten Wellenmaschinen bei, die dem Besucher den Eindruck vermitteln mitten in der Brandung eines Riffes zu stehen. Zudem gibt es am Boden des Aquariums zwei von uns tiefgezogene Kuppeln aus extrem dicken PLEXIGLAS. Gedacht sind diese in erster Linie für Kinder, die sich in die Gänge unter das Aquarium wagen. Dort bietet sich eine tolle Perspektive und sie wähnen sich in ihrem eigenen U-Boot mitten in der Brandung. Faszinierend, sie sollten ihren Kindern die Chance auf dieses besondere Erlebnis geben.
Zur feierlichen und besonderen Eröffnung durften wir uns noch bei der durch das Haus des Meeres und dem Österreichischen Roten Kreuz durchgeführten Hilfsaktion anschließen. Der namhafte Betrag wird zu Gunsten der Tsunamiopfer in Japan verwendet. Die Assoziation zur Gewalt des Wassers liegt beim Betrachten dieses "Brandungsriffs" auf der Hand. Möge die Spende im ganz Kleinen das Leid jener lindern helfen - dann wäre das Projekt Brandungsriff für uns ein noch viel Gelungeneres als es ohnehin schon ist.